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DJI Dock 3: Das vollautomatische Drohnensystem für professionelle Einsätze im Überblick

  • Autorenbild: SaarDrones
    SaarDrones
  • 8. Apr. 2025
  • 10 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Das DJI Dock 3 markiert einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung automatisierter Drohnensysteme für den professionellen Einsatz. Als sogenannte „Drone-in-a-Box"-Lösung ermöglicht es Unternehmen, Behörden und Organisationen, Drohneneinsätze vollständig ferngesteuert und ohne Personal vor Ort durchzuführen, rund um die Uhr, bei nahezu jedem Wetter und an wechselnden Standorten. In diesem Beitrag ordnen wir das System fachlich ein, erklären die Funktionsweise, benennen die technischen Eckdaten und zeigen, für welche Einsatzbereiche das DJI Dock 3 tatsächlich geeignet ist.


DJI Dock 3


Was ist das DJI Dock 3?


Das DJI Dock 3 ist eine automatisierte Drohnenstation des chinesischen Herstellers DJI. Es gehört zur Kategorie der sogenannten Drone-in-a-Box-Systeme: Eine wetterfeste Basisstation, die eine kompatible Drohne eigenständig startet, landen lässt, auflädt und für den nächsten Einsatz bereithält. Die gesamte Steuerung erfolgt über die cloudbasierte Plattform DJI FlightHub 2 – ohne dass ein Drohnenpilot physisch vor Ort sein muss.


Im Kern besteht das System aus drei Hauptkomponenten: der Dockingstation selbst, einer kompatiblen Drohne der Matrice 4D-Serie und der Steuerungssoftware FlightHub 2. Gemeinsam bilden sie ein geschlossenes System für Remote Operations, also für den ferngesteuerten und teilweise vollautomatisierten Drohnenbetrieb.


Das DJI Dock 3 ist die dritte Generation der DJI-Dock-Reihe und baut auf den Vorgängermodellen DJI Dock (2023) und DJI Dock 2 (2024) auf. Gegenüber dem Dock 2 bringt es unter anderem eine erweiterte Wetterfestigkeit, Fahrzeugmontage, ein verbessertes Übertragungssystem und Kompatibilität mit der leistungsstärkeren Matrice 4D-Serie mit.





Für wen ist das DJI Dock 3 gedacht?


Das System richtet sich an professionelle Anwender, die regelmäßige oder dauerhafte Drohneneinsätze benötigen und dabei auf Automatisierung, Fernsteuerung und hohe Zuverlässigkeit angewiesen sind. Typische Zielgruppen sind:


Industrieunternehmen, die wiederkehrende Inspektionen an Anlagen, Leitungen, Pipelines, Windkraftanlagen oder Solarparks durchführen – etwa in der Energiewirtschaft, Petrochemie, im Bergbau oder in der verarbeitenden Industrie.


Infrastrukturbetreiber, die Brücken, Straßen, Schienennetze, Dämme oder Versorgungsleitungen regelmäßig überwachen und dokumentieren müssen.


Sicherheitsbehörden und Rettungsorganisationen, die schnelle Lagebilder bei Einsätzen benötigen – etwa bei Bränden, Naturkatastrophen, Unfällen oder zur Überwachung kritischer Infrastruktur.


Vermessungsunternehmen und Geodäten, die regelmäßige Befliegungen für Kartierung, Volumenberechnung oder Baufortschrittsdokumentation benötigen.


Kommunale und staatliche Einrichtungen, die Umweltmonitoring, Grenzüberwachung oder den Schutz öffentlicher Räume betreiben.


Gemeinsam ist diesen Anwendern, dass sie einen hohen Bedarf an wiederholbaren, standardisierten Drohneneinsätzen haben – und dass ein manueller Flugbetrieb mit Piloten vor Ort langfristig weder wirtschaftlich noch organisatorisch sinnvoll wäre.


So funktioniert das DJI Dock 3


Das Grundprinzip ist vergleichsweise einfach: Die Dockingstation wird an einem geeigneten Standort aufgestellt oder auf einem Fahrzeug montiert. Im Inneren befindet sich die Drohne, die über ein integriertes Ladesystem mit Energie versorgt wird. Über DJI FlightHub 2 können Operatoren aus der Ferne Flugmissionen planen, auslösen und überwachen.


Der typische Ablauf eines automatisierten Einsatzes sieht folgendermaßen aus:


1. Der Operator erstellt in FlightHub 2 eine Flugroute oder wählt eine gespeicherte Mission aus.


2. Das Dock öffnet seine Abdeckung und die Drohne startet automatisch.


3. Die Drohne fliegt die geplante Route ab, erfasst dabei Bild-, Video- oder Sensordaten und überträgt diese in Echtzeit.


4. Nach Abschluss der Mission kehrt die Drohne zur Station zurück, landet präzise auf der Plattform und wird automatisch aufgeladen.


5. Bei Bedarf kann der nächste Einsatz direkt im Anschluss gestartet werden.


Die präzise Landung wird durch ein integriertes RTK-System (Real-Time Kinematic) und visuelle Markierungen auf der Landeplattform sichergestellt. Das Dock verfügt über eine kompressorbasierte Klimaanlage, die sowohl die Drohne als auch den Akku bei extremen Temperaturen in einem optimalen Betriebszustand hält.


Für den Fall eines Stromausfalls besitzt das Dock 3 eine Backup-Batterie (12 V, 12 Ah, Blei-Säure), die den Dock-Betrieb für über vier Stunden aufrechterhalten kann. Wichtig: Diese Backup-Batterie kann den Drohnenakku nicht laden, sondern sichert ausschließlich die Dock-Systeme.



Systemkomponenten und kompatible Drohnen



Die Dockingstation


Das DJI Dock 3 wiegt 55 kg ohne Drohne. Die Abmessungen betragen im geöffneten Zustand 1.760 × 745 × 485 mm und im geschlossenen Zustand 640 × 745 × 770 mm. Die Station ist nach IP56 zertifiziert, was sie gegen starkes Strahlwasser und Staub schützt.


Weitere technische Eckdaten der Station:


Eingangsspannung: 100–240 V AC, 50/60 Hz | Maximale Eingangsleistung: 800 W | Betriebstemperatur: −30 °C bis +50 °C | Maximale Windgeschwindigkeit bei Landung: 12 m/s | Maximale Betriebshöhe: 4.500 m über dem Meeresspiegel | Ladezeit: ca. 27 Minuten von 15 % auf 95 % bei 25 °C Umgebungstemperatur | Ladeausgang: 35 V DC | Netzwerk: Adaptiver Ethernet-Anschluss (10/100/1.000 Mbit/s), optional 4G über DJI Mobile Dongle 2 | Videoübertragung: O4 Enterprise, 2,4 GHz / 5,15–5,25 GHz / 5,725–5,85 GHz, 9 Antennen (2 Sender, 4 Empfänger) | Integrierte Sensoren: Windgeschwindigkeit, Regen, Außentemperatur, Wasserimmersion, Innentemperatur, Innenluftfeuchtigkeit | RTK-Basisstation: GPS, BeiDou, GLONASS, Galileo, QZSS; Positionsgenauigkeit horizontal 1 cm + 1 ppm (RMS), vertikal 2 cm + 1 ppm (RMS) | Klimatisierung: Kompressorbasiert, 48 V DC



Kompatible Drohnen: Matrice 4D-Serie


Das DJI Dock 3 ist ausschließlich mit Drohnen der DJI Matrice 4D-Serie kompatibel. Dazu gehören zwei Modelle:


DJI Matrice 4D: Ausgestattet mit einem Drei-Kamera-System bestehend aus einer 4/3-Zoll-Weitwinkelkamera, einer 1/1,3-Zoll-Mittelbrennweite und einer 1/1,5-Zoll-Telekamera. Zusätzlich verfügt sie über einen Laser-Entfernungsmesser. Die 4/3-Zoll-Weitwinkelkamera unterstützt GCP-freie Kartierung (Vermessung ohne Bodenkontrollpunkte), was sie besonders für Vermessungsanwendungen qualifiziert.


DJI Matrice 4TD: Verfügt neben den optischen Kameras zusätzlich über eine Wärmebildkamera und NIR-Beleuchtung (Nahinfrarot). Damit eignet sie sich besonders für Thermografie-Inspektionen, Sicherheitsanwendungen bei Dunkelheit und die Erkennung von Wärmeanomalien an Gebäuden, Anlagen und Infrastruktur.


Beide Modelle der Matrice 4D-Serie bieten laut DJI eine maximale Flugzeit von bis zu 54 Minuten, eine IP55-Schutzklasse und Vereisungsschutz-Propeller. Die Arme sind nicht faltbar, was konstruktionsbedingt eine höhere Stabilität im Flug ermöglicht. Beide Modelle sind nach EASA C2 und C6 zertifiziert.


Für den manuellen Flugbetrieb abseits des Docks ist die DJI RC Plus 2 Enterprise als Fernsteuerung kompatibel.



Optionales Zubehör


DJI bietet für das Dock-3-System weiteres Zubehör an, das offiziell bestätigt ist:


D-RTK 3 Relay (Festinstallation): Ein Signalverstärker, der als erhöhtes Relais installiert werden kann, um Signalstörungen in schwierigem Gelände entgegenzuwirken. Er nutzt das 5-GHz-Band und hat unter idealen Bedingungen eine Reichweite von bis zu 25 km. Die Stromversorgung erfolgt über PoE (Power over Ethernet) vom Dock oder über ein separates Netzteil bei Kabellängen über 100 m. Das Relais unterstützt jeweils nur ein Fluggerät gleichzeitig.


DJI AS1 Speaker: Ein Lautsprecher für Durchsagen, Text-to-Speech (derzeit Englisch und Mandarin) und Dateiwiedergabe, montierbar an der Matrice 4D-Serie.


DJI AL1 Spotlight: Ein Scheinwerfer mit Dauerlicht- und Stroboskop-Modus für Einsätze bei Dunkelheit.


Obstacle Sensing Module: Ein Hinderniserkennungsmodul mit rotierendem LiDAR und Millimeterwellenradar für präzise Hinderniserkennung bei bis zu 15 m/s Fluggeschwindigkeit.


Fahrzeugmontage-Gimbal-Halterung: Für die Montage des Docks auf Fahrzeugen, mit Vibrationsdämpfung.


DJI Mobile Dongle 2: Für 4G-Konnektivität (separat erhältlich, regionale Verfügbarkeit).Die Rolle von DJI FlightHub 2


DJI FlightHub 2 ist die cloudbasierte Steuerungsplattform, die das Bindeglied zwischen Operator und Dock-System bildet. Ohne FlightHub 2 ist der ferngesteuerte, automatisierte Betrieb des Dock 3 nicht möglich. Die Software ist also keine optionale Ergänzung, sondern integraler Bestandteil des Systems.



Was FlightHub 2 leistet


Fernsteuerung in Echtzeit: Operatoren können Drohnen direkt aus der Cloud steuern, Kamerabilder live betrachten und bei Bedarf manuell eingreifen.


Missionsplanung und -automatisierung: Flugrouten können vorab definiert, als wiederkehrende Missionen gespeichert und zeitgesteuert ausgelöst werden.


Flottenmanagement: Mehrere Docks und Drohnen lassen sich zentral verwalten und überwachen.


Datenanalyse: Erfasste Bilder, Videos und Sensordaten können direkt in der Plattform ausgewertet werden.


Intelligente Algorithmen: FlightHub 2 unterstützt die automatische Erkennung von Objekten (z. B. Fahrzeuge, Schiffe) und Wärmeanomalien. Laut DJI kommt dabei auch multimodale KI-Technologie (LLM) zum Einsatz.


Drittanbieter-Integration: Über APIs können externe Systeme angebunden werden.



Hosting und Datenhaltung


FlightHub 2 wird laut DJI über AWS gehostet, mit Serverstandorten in den USA und in Frankfurt (EU). Für Organisationen mit besonderen Anforderungen an die Datensouveränität hat DJI laut Drittquellen eine On-Premises-Version von FlightHub 2 angekündigt, die den Betrieb auf eigenen Servern ermöglichen soll. Ob und wann diese Version verfügbar ist, war zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags nicht abschließend bestätigt.


FlightHub 2 bietet einen kostenlosen Testzugang. Die genaue Preisstruktur für den produktiven Betrieb ist über den DJI Enterprise Store oder lokale Fachhändler erhältlich.





Typische Einsatzbereiche in der Praxis


Das DJI Dock 3 ist für Szenarien konzipiert, in denen Drohneneinsätze regelmäßig, standardisiert und idealerweise ohne manuellen Aufwand vor Ort stattfinden sollen. Die wichtigsten Anwendungsfelder sind:


Infrastrukturinspektion


Wiederkehrende Inspektionen an Strommasten, Hochspannungsleitungen, Pipelines, Brücken, Dämmen, Windkraftanlagen oder Solarparks. Die Drohne fliegt vordefinierte Routen ab, erfasst hochauflösende Bilder und Thermografiedaten und liefert die Ergebnisse direkt in die Cloud. Durch die Automatisierung lassen sich Inspektionsintervalle deutlich verkürzen und Inspektionskosten senken.


Sicherheit und Überwachung


Perimeterschutz für Industriegelände, Hafenanlagen, Flughäfen oder kritische Infrastruktur. Das Dock kann bei Alarmauslösung automatisch eine Drohne starten, die innerhalb von Minuten ein Livebild des betroffenen Bereichs liefert. Die Wärmebildfähigkeit der Matrice 4TD ist dabei besonders bei Nachteinsätzen und schlechter Sicht von Vorteil.


Notfallreaktion und Katastrophenhilfe


Bei Bränden, Überschwemmungen, Erdrutschen oder Industrieunfällen ermöglicht das System eine schnelle Ersteinschätzung der Lage aus der Luft – ohne dass Einsatzkräfte in potenziell gefährliche Bereiche vordringen müssen.


Vermessung und Kartierung


Regelmäßige Geländeaufnahmen für Baufortschrittsdokumentation, Volumenberechnung, Topografie oder Umweltmonitoring. Die RTK-Unterstützung des Docks und der Matrice 4D ermöglicht zentimetergenaue Positionierung ohne zusätzliche Bodenkontrollpunkte.


Industrielle Prozessüberwachung


Laufende Überwachung von Baustellen, Tagebaubetrieben, Lagerflächen oder Produktionsanlagen, etwa zur Erkennung von Veränderungen, Leckagen oder Sicherheitsverstößen.


Mobile Einsatzszenarien


Durch die Möglichkeit der Fahrzeugmontage eignet sich das DJI Dock 3 erstmals auch für mobile Anwendungen. Ein auf einem Einsatzfahrzeug montiertes Dock kann an wechselnden Standorten eingesetzt werden – etwa für Polizei- und Rettungseinsätze, temporäre Baustellenüberwachung oder flexible Inspektionsreihen entlang linearer Infrastruktur. Laut DJI können sogar zwei Docks gleichzeitig auf einem Fahrzeug betrieben werden, um einen rotierenden Drohnenbetrieb zu ermöglichen.





Vorteile für Unternehmen und Organisationen


Das DJI Dock 3 bietet gegenüber manuellem Drohnenbetrieb und gegenüber den Vorgängermodellen mehrere konkrete Vorteile:


Reduktion von Personalkosten und Einsatzzeit: Da kein Pilot vor Ort sein muss, entfallen Anfahrtszeiten, Reisekosten und die Abhängigkeit von der Verfügbarkeit geschulter Fernpiloten. Besonders bei Standorten in abgelegenen oder schwer zugänglichen Gebieten ist dieser Vorteil erheblich.


24/7-Betriebsfähigkeit: Das System kann rund um die Uhr betrieben werden. Durch die schnelle Ladezeit von 27 Minuten (15–95 %) sind mehrere aufeinanderfolgende Einsätze pro Tag möglich.


Standardisierung und Reproduzierbarkeit: Automatisierte Flugrouten stellen sicher, dass Inspektionen stets identisch durchgeführt werden. Das verbessert die Vergleichbarkeit von Ergebnissen über die Zeit und reduziert menschliche Fehlerquellen.


Erweiterte Wetterfestigkeit: Der Betriebstemperaturbereich von −30 °C bis +50 °C und die IP56-Zertifizierung ermöglichen den Einsatz unter Bedingungen, die für manuelle Drohnenpiloten problematisch wären.


Schnelle Reaktionsfähigkeit: Bei Sicherheitsvorfällen oder Notfällen kann die Drohne innerhalb kurzer Zeit automatisch starten und ein Lagebild liefern.


Skalierbarkeit: Über FlightHub 2 lassen sich mehrere Docks und Drohnen zentral verwalten. Unternehmen können ihr System schrittweise ausbauen, ohne die Steuerungsinfrastruktur grundlegend ändern zu müssen.


Mobile Einsetzbarkeit: Die Fahrzeugmontage ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Vorgänger Dock 2 und eröffnet Einsatzszenarien, die mit rein stationären Systemen nicht abbildbar waren.



Regulatorische Rahmenbedingungen in Europa


Der Betrieb eines automatisierten Drohnensystems wie dem DJI Dock 3 unterliegt in der Europäischen Union den Vorschriften der EU-Drohnenverordnung (EU) 2019/947 sowie deren Durchführungsverordnungen. Für den automatisierten und ferngesteuerten Betrieb über eine Dockingstation sind insbesondere folgende regulatorische Aspekte relevant:


BVLOS-Betrieb (Beyond Visual Line of Sight): Der Regelbetrieb des DJI Dock 3 erfolgt außerhalb der Sichtweite des Piloten. Dieser sogenannte BVLOS-Betrieb ist in der EU grundsätzlich genehmigungspflichtig und fällt typischerweise in die „Specific"-Kategorie der EU-Drohnenverordnung. Das bedeutet, dass vor Aufnahme des Betriebs eine Betriebsgenehmigung bei der zuständigen Luftfahrtbehörde beantragt werden muss, in Deutschland ist das das Luftfahrt-Bundesamt (LBA).


Betriebsgenehmigung und Risikobewertung: Für den BVLOS-Betrieb wird in der Regel eine Risikobewertung nach der SORA-Methodik (Specific Operations Risk Assessment) verlangt. Diese bewertet die Risiken am Boden und in der Luft und definiert entsprechende Mitigationsmaßnahmen.


EASA-Zertifizierung: Die Drohnen der Matrice 4D-Serie sind nach EASA C2 und C6 zertifiziert. Die C6-Zertifizierung ist dabei besonders relevant, da sie speziell für den Betrieb in der „Specific"-Kategorie vorgesehen ist und bestimmte Anforderungen an Zuverlässigkeit, Redundanz und Sicherheitsfunktionen stellt.


Remote-Pilot-Pflicht: Auch beim automatisierten Betrieb über eine Dockingstation muss nach aktueller Rechtslage ein qualifizierter Remote-Pilot den Flug überwachen und bei Bedarf eingreifen können. Ein vollständig autonomer Betrieb ohne jegliche menschliche Überwachung ist zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags regulatorisch nicht vorgesehen.


U-Space und zukünftige Entwicklungen: Die EU arbeitet an der Einführung von U-Space-Lufträumen, die den automatisierten Drohnenbetrieb in definierten Gebieten unter digitaler Verkehrsmanagement-Aufsicht ermöglichen sollen. Diese Entwicklung wird den Betrieb von Dock-Systemen wie dem DJI Dock 3 voraussichtlich vereinfachen, ist aber noch nicht flächendeckend umgesetzt.


Betreiber sollten sich vor der Inbetriebnahme eines DJI Dock 3 zwingend bei der zuständigen Luftfahrtbehörde über die aktuell geltenden Anforderungen informieren, da sich die regulatorischen Rahmenbedingungen in diesem Bereich dynamisch entwickeln.



Technische Grenzen und Einschränkungen


Bei aller Leistungsfähigkeit hat das DJI Dock 3 auch klare Grenzen, die bei der Einsatzplanung berücksichtigt werden müssen:


Windgrenzen: Die maximale Windgeschwindigkeit für den sicheren Betrieb liegt bei Start und Landung bei 12 m/s am Dock. Im Flug kann die Matrice 4D-Serie nach DJI-Angaben Windgeschwindigkeiten von bis zu 15 m/s standhalten. Bei stärkeren Winden muss der Einsatz verschoben oder abgebrochen werden.


Flugzeit und Reichweite: Die Matrice 4D-Serie bietet laut DJI eine maximale Flugzeit von bis zu 54 Minuten. In der Praxis verkürzt sich die nutzbare Flugzeit durch den Energiebedarf für Start, Landung und Rückflug. Die effektive Einsatzreichweite hängt von Wind, Temperatur, Nutzlast und Missionsprofil ab.


Einzeldrohnen-Betrieb: Jedes DJI Dock 3 beherbergt genau eine Drohne. Während diese lädt (ca. 27 Minuten), ist kein Flugbetrieb möglich. Für einen kontinuierlichen Betrieb sind mindestens zwei Docks erforderlich.


Netzwerkabhängigkeit: Der Fernsteuerungsbetrieb über FlightHub 2 erfordert eine stabile Internetverbindung. Bei Standorten mit schlechter oder instabiler Netzabdeckung kann der Betrieb eingeschränkt sein. Der optionale DJI Mobile Dongle 2 bietet 4G-Konnektivität, ist aber von der Mobilfunkabdeckung am Standort abhängig.


Niederschlag: Starker Regen kann die optische Sensorik der Drohne beeinträchtigen und die Bildqualität mindern. Das Dock selbst ist nach IP56 geschützt, aber die Drohne (IP55) hat gewisse Grenzen bei extremen Wetterbedingungen.


Wartung und Verschleiß: Auch ein automatisiertes System benötigt regelmäßige Wartung. Propeller, Motoren und Sensoren unterliegen normalem Verschleiß und müssen gemäß den Wartungsintervallen von DJI überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht werden.





Vergleich mit den Vorgängermodellen Dock und Dock 2


Das DJI Dock 3 ist die dritte Generation der DJI-Dockingstationen. Im Vergleich zu den Vorgängermodellen zeigen sich mehrere wesentliche Weiterentwicklungen:


Gewicht und Portabilität: Das DJI Dock 3 wiegt 55 kg (ohne Drohne) und ist damit erheblich leichter als das erste DJI Dock, das rund 105 kg wog. Das Dock 2 lag bei etwa 51,5 kg (mit Drohne), wobei die Matrice 3D-Serie leichter war als die aktuelle Matrice 4D-Serie. Das Dock 3 ist laut DJI erstmals auch für die Fahrzeugmontage geeignet.


Fahrzeugmontage: Ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal des Dock 3 ist die optionale Fahrzeugmontage über die Gimbal-Halterung. Die Vorgänger waren ausschließlich für stationäre Aufstellung vorgesehen.


Drohnenkompatibilität: Das erste DJI Dock war mit der Matrice 30-Serie kompatibel, das Dock 2 mit der Matrice 3D-Serie. Das Dock 3 arbeitet mit der Matrice 4D-Serie, die verbesserte Kamerasysteme und längere Flugzeiten bietet.


Klimatisierung: Alle drei Generationen verfügen über ein Klimatisierungssystem. Das Dock 3 setzt auf eine kompressorbasierte Klimaanlage mit einem Betriebstemperaturbereich von −30 °C bis +50 °C.


Ladezeit: Das Dock 3 lädt den Akku der Matrice 4D in etwa 27 Minuten von 15 % auf 95 %. Die Ladezeiten der Vorgänger lagen in ähnlichen Größenordnungen, wobei genaue Vergleiche aufgrund unterschiedlicher Akkukapazitäten nur eingeschränkt möglich sind.


RTK und Signalweiterleitung: Das Dock 3 bietet als Zubehör den D-RTK 3 Relay, der als stationäres Signalrelais mit bis zu 25 km Reichweite installiert werden kann. Dies erweitert die operative Reichweite insbesondere in Gebieten mit Signalhindernissen.


Fazit


Das DJI Dock 3 ist ein ausgereiftes, professionelles System für den automatisierten Drohnenbetrieb. Es richtet sich an Unternehmen, Behörden und Organisationen, die wiederkehrende Drohneneinsätze standardisieren, automatisieren und skalieren möchten. Mit der Kombination aus einer robusten Dockingstation, den leistungsfähigen Drohnen der Matrice 4D-Serie und der cloudbasierten Steuerungsplattform DJI FlightHub 2 deckt das System ein breites Einsatzspektrum ab – von der Infrastrukturinspektion über Sicherheitsanwendungen bis hin zu Vermessung und Katastrophenhilfe.


Die Möglichkeit der Fahrzeugmontage, der erweiterte Temperaturbereich und die verbesserte Sensorik der Matrice 4D-Serie stellen gegenüber den Vorgängermodellen echte Weiterentwicklungen dar. Gleichzeitig bleiben die regulatorischen Anforderungen für den BVLOS-Betrieb eine wesentliche Hürde, die vor der Anschaffung sorgfältig geprüft werden sollte.


Für Organisationen, die den Schritt von manuellen zu automatisierten Drohnenoperationen gehen wollen, bietet das DJI Dock 3 eine technisch solide und praxiserprobte Lösung – vorausgesetzt, die regulatorischen Genehmigungen liegen vor und die technischen Anforderungen an Standort und Netzwerk sind erfüllt.



 
 
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