top of page

Drohnenvermessung mit Photogrammetrie: Orthofoto, 3D Modell und präzise Bestandsdaten

  • Autorenbild: SaarDrones
    SaarDrones
  • 7. Apr.
  • 9 Min. Lesezeit

Wer eine größere Fläche vermessen lassen will, hört früher oder später den Begriff Photogrammetrie. Was dabei oft untergeht: Zwischen einem Luftbild aus der Drohne und einer photogrammetrischen Auswertung liegen Welten. Ein Luftbild zeigt, wie etwas aussieht. Eine photogrammetrische Auswertung erzeugt daraus vermessbare Geodaten. Das ist ein grundlegender Unterschied, der in der Praxis regelmäßig missverstanden wird.


Dieser Beitrag erklärt, wie Drohnenvermessung mit Photogrammetrie konkret funktioniert, welche Datenprodukte daraus entstehen, wann welches Produkt gebraucht wird und wo die Methode an ihre Grenzen stößt. Außerdem: Wie sich Photogrammetrie von LiDAR unterscheidet und wann klassische Vermessung die bessere Wahl bleibt.



3D Modell eines Flachdachgebäudes aus der Drohnenvermessung mit Kiesdach, Oberlichtern und detailreicher Dachansicht zur Bestandsaufnahme und Gebäudedokumentation
3D Modell eines Flachdachgebäudes aus der Drohnenvermessung


Luftbild, Orthofoto, photogrammetrische Auswertung: Drei verschiedene Dinge


Bevor es um das Verfahren geht, muss eine Unterscheidung klar sein, die in der Praxis häufig verwischt wird.


Ein einzelnes Drohnenbild kann zwar bereits Positionsinformationen aus dem GPS der Drohne enthalten, ist aber perspektivisch verzerrt und nicht maßstabsgetreu. Für eine erste visuelle Einschätzung oder eine grobe Orientierung kann das genügen. Für belastbare metrische Auswertungen, Flächenberechnungen oder Planungsgrundlagen reicht ein einzelnes Luftbild allein jedoch nicht aus.


Ein Orthofoto entsteht erst durch photogrammetrische Verarbeitung. Die Software rechnet die Perspektive heraus, korrigiert Verzerrungen und erzeugt ein maßstabsgetreues, georeferenziertes Bild. Auf einem Orthofoto lassen sich Abstände, Flächen und Lagebeziehungen messen. Es sieht aus wie ein Luftbild, ist aber metrisch korrekt.


Eine photogrammetrische Auswertung geht über das Orthofoto hinaus. Sie erzeugt zusätzlich Punktwolken, 3D Modelle, Digitale Geländemodelle (DGM), Oberflächenmodelle (DOM), Schnittprofile, Volumenberechnungen und Höhenkurven. Welche dieser Produkte tatsächlich gebraucht werden, hängt vom konkreten Auftrag ab.

Wer nur einzelne Luftbilder bestellt, bekommt keine belastbare Messgrundlage. Wer ein Orthofoto bestellt, bekommt Flächendaten, aber keine Höheninformation. Wer eine vollständige photogrammetrische Auswertung beauftragt, bekommt räumliche Geodaten, aus denen sich weiterarbeiten lässt. Diese Unterscheidung sollte vor jedem Projekt geklärt sein.





Wie das Verfahren funktioniert


Die Drohne fliegt strukturierte Bildreihen über das Gelände, die Fassade oder die Anlage. Entscheidend ist dabei die Bildüberdeckung: Die Aufnahmen müssen sich in Flugrichtung zu mindestens 80 Prozent und quer dazu zu mindestens 60 Prozent überlappen. Nur so kann die Software jeden Bildpunkt aus mehreren Perspektiven erfassen und räumlich zuordnen.


Die Flughöhe bestimmt die Bodenauflösung. Bei 50 Metern Flughöhe liegt die Pixelgröße je nach Kamera bei etwa 1 bis 2 Zentimetern. Bei 120 Metern sind es 3 bis 5 Zentimeter. Niedrigere Höhe bringt mehr Detail, erfordert aber mehr Bilder und mehr Rechenzeit. Welche Flughöhe im konkreten Fall gewählt wird, richtet sich nach dem Ziel: Geht es um eine großflächige Geländeübersicht, reichen 80 bis 120 Meter. Geht es um Detailerfassung an einem Dach oder einer Fassade, fliegt man oft bei 30 bis 50 Metern.

Der Flug selbst wird über eine Flugsoftware geplant und läuft automatisiert ab. Der Drohnenpilot startet die Mission, überwacht den Ablauf und kontrolliert, ob die Bilder sauber aufgezeichnet werden. Bei größeren Flächen oder unregelmäßigen Geländeformen werden mehrere Einzelflüge hintereinander ausgeführt.


Nach dem Flug verarbeitet spezialisierte Software die Bilder. Sie erkennt gemeinsame Merkmalspunkte in den überlappenden Aufnahmen, berechnet deren räumliche Position und erzeugt daraus eine Punktwolke: Millionen einzelner Punkte, die das erfasste Gebiet dreidimensional abbilden. Aus dieser Punktwolke werden dann die verschiedenen Datenprodukte abgeleitet.


Gute Ergebnisse setzen ausreichende Oberflächentextur voraus. Strukturierte Oberflächen wie Ziegeldächer, Schotter, bewachsenes Gelände oder industrielle Anlagen mit Kanten und Details funktionieren gut. Glatte, monotone Flächen wie Wasserflächen, blanker Beton oder poliertes Metall liefern der Software keine auswertbaren Merkmale. Das ist keine Schwäche der Ausrüstung, sondern eine physikalische Grenze des Verfahrens.


Lichtverhältnisse spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Besonders günstig sind häufig diffuse Bedingungen, weil starke Schatten und harte Kontraste reduziert werden. Bei sonnigem Wetter ist ein hoher Sonnenstand in der Regel vorteilhafter als tiefe Sonne mit langen Schatten. Gegenlicht, Dunst und stark abgeschattete Bereiche können die Qualität der Auswertung deutlich verschlechtern.



Welche Datenprodukte entstehen und wann welches gebraucht wird


Nicht jeder Auftraggeber braucht alles, was Photogrammetrie liefern kann. In der Praxis zeigt sich oft, dass ein Orthofoto für den konkreten Zweck ausreicht und eine vollständige 3D Auswertung gar nicht nötig gewesen wäre. Umgekehrt wird manchmal nur ein Orthofoto bestellt, obwohl eigentlich Höhendaten gebraucht werden. Eine saubere Klärung vor dem Projekt spart Zeit und Geld.



Orthofoto


Maßstabsgetreu, georeferenziert, verzerrungsfrei. Geeignet für Flächenermittlung, Lageplanung, Baufortschrittsdokumentation und Bestandsaufnahme. Wenn es nur um die Draufsicht und Flächenmaße geht, reicht ein Orthofoto in vielen Fällen aus. Typische Anwendung: regelmäßige Dokumentation einer Baustelle, Bestandsplan eines Industriegeländes, Übersicht über Lagerflächen.



Punktwolke


Die Gesamtheit aller berechneten Punkte im Raum. Sie dient häufig als technische Grundlage für weitere Auswertungen wie Schnitte, Profile oder Volumenberechnungen. Je nach Projekt wird die Punktwolke aber auch direkt an den Auftraggeber übergeben, etwa wenn dieser mit eigenem CAD oder GIS System weiterarbeiten will.



3D Modell


Ein texturiertes Oberflächenmodell, das sich am Bildschirm von allen Seiten betrachten lässt. Nützlich für Fassadendokumentation, Gebäudevisualisierung, Schadensdokumentation und Abstimmungen mit Projektbeteiligten, die keine CAD Software nutzen. Ein 3D Modell liefert keine höhere Genauigkeit als die Punktwolke, aber eine bessere Anschaulichkeit.



Digitales Geländemodell (DGM) und Digitales Oberflächenmodell (DOM)


Das DGM zeigt die Geländehöhen ohne Aufbauten und Vegetation. Das DOM zeigt die Höhen einschließlich aller Objekte. Beide sind Grundlage für Volumenberechnungen, Entwässerungsplanung und Massenermittlung. Wenn Höhendaten gebraucht werden, reicht ein Orthofoto allein nicht aus.



Volumenberechnungen


Für Halden, Deponien, Baugruben, Materiallagerflächen. Die Genauigkeit der Volumenberechnung hängt direkt von der Qualität des DGM und der Referenzhöhen ab. Bei regelmäßiger Erfassung (monatlich, vierteljährlich) lassen sich Materialveränderungen über die Zeit dokumentieren.


Die Datenprodukte werden in gängigen Formaten wie GeoTIFF, LAS, E57 oder Shapefiles bereitgestellt. In welchem Format geliefert werden soll, sollte vor Projektbeginn geklärt sein, damit die Daten auf Auftraggeberseite ohne Kompatibilitätsprobleme weiterverarbeitet werden können.



Orthofoto eines Friedhofs aus der Drohnenbefliegung in senkrechter Draufsicht mit Wegen, Grabfeldern und präziser Flächenübersicht für Vermessung und Dokumentation
Orthofoto eines Friedhofs für Vermessung und Dokumentation der Grabfelder



Projektablauf: Was realistisch zu erwarten ist


Briefing. Der Auftraggeber beschreibt sein Ziel. Daraus ergibt sich, welche Datenprodukte hergestellt werden, welche Genauigkeit angestrebt wird und ob Passpunkte eingemessen werden müssen.


Vorbereitung. Bei Projekten, die höhere Genauigkeit verlangen, werden vor dem Flug Passpunkte am Boden vermessen. Das sind Referenzpunkte, deren Koordinaten per RTK oder Totalstation bestimmt werden. Die Software nutzt sie später zur Kalibrierung der Bilddaten. Ob Passpunkte nötig sind, hängt von der geforderten Genauigkeit und dem vorhandenen Drohnenequipment ab.


Flug. Die Drohne fliegt automatisiert die geplante Route ab. Bei einer Fläche von einigen tausend Quadratmetern dauert der Flug zwischen 15 und 45 Minuten. Der Pilot überwacht den Flug und kontrolliert die Bildqualität.


Verarbeitung. Die Bilddaten werden in spezialisierter Software verarbeitet. Je nach Bildanzahl und gewünschter Auflösung dauert das mehrere Stunden bis einen Tag Rechenzeit.


Qualitätsprüfung und Bereitstellung. Die erzeugten Daten werden auf Plausibilität geprüft, Fehlstellen werden korrigiert, Klassifizierungen verfeinert. Anschließend erfolgt die Bereitstellung in den vereinbarten Formaten.


Wie lange der Gesamtprozess dauert, hängt vom Projektumfang ab. Bei kleineren Flächen mit klarer Aufgabenstellung sind die Ergebnisse oft innerhalb weniger Tage verfügbar. Bei großen Arealen, schwierigen Rahmenbedingungen oder umfangreicher Nachbearbeitung kann es deutlich länger dauern. Eine pauschale Zeitangabe wäre unseriös, weil jedes Projekt andere Rahmenbedingungen hat.



Genauigkeit: Was realistisch ist und wovon sie abhängt


Die Genauigkeit einer photogrammetrischen Auswertung ist kein fester Wert. Sie variiert je nach Projekt und hängt von mehreren Faktoren ab: Flughöhe, Bildüberdeckung, Kameraqualität, Lichtverhältnisse, Oberflächenstruktur, Verwendung von Passpunkten und RTK Korrekturdaten.


Mit eingemessenen Passpunkten und RTK gestütztem Flug sind Lagegenauigkeiten im Bereich weniger Zentimeter erreichbar. Ohne Passpunkte und ohne RTK verschlechtert sich die Genauigkeit deutlich, oft auf 10 bis 20 Zentimeter oder mehr. Die Höhengenauigkeit liegt dabei in der Regel etwas unter der Lagegenauigkeit.


Diese Werte sind Richtwerte, keine garantierten Ergebnisse. Schwierige Lichtverhältnisse, geringe Überdeckung oder texturarme Oberflächen können die Genauigkeit erheblich verschlechtern. Was im konkreten Projekt erreichbar ist, lässt sich erst nach Bewertung der Rahmenbedingungen seriös einschätzen.


Für interne Bestandsaufnahmen, Baustellendokumentation und Planungsgrundlagen reicht photogrammetrische Genauigkeit in den meisten Fällen aus. Für amtliche Vermessung, Grenzfeststellung oder millimetergenaue Messung ist klassische geodätische Vermessung nötig.



Photogrammetrie und LiDAR: Zwei verschiedene Verfahren


Photogrammetrie und LiDAR werden oft in einem Atemzug genannt, sind aber grundlegend verschieden. Die Unterscheidung ist wichtig, weil das richtige Verfahren vom konkreten Einsatzzweck abhängt.


Photogrammetrie arbeitet mit Bildern. Die Drohne fotografiert das Gelände oder Objekt aus vielen Perspektiven, und die Software berechnet daraus räumliche Daten. Das Verfahren liefert neben Geodaten auch fotorealistische Texturen: Das Orthofoto und das 3D Modell zeigen, wie die Oberfläche tatsächlich aussieht.


LiDAR (Light Detection and Ranging) arbeitet mit Laserimpulsen. Ein Scanner sendet Laserstrahlen aus und misst die Laufzeit der Reflexionen. Das Ergebnis ist eine Punktwolke, die direkt gemessen wird und nicht aus Bildern berechnet werden muss. Aus dem LiDAR Datensatz allein entstehen weder fotorealistische Oberflächentexturen noch klassische Orthofotos. In der Praxis werden LiDAR Daten aber häufig mit zusätzlichen Kameraaufnahmen kombiniert, um beides zu erhalten. LiDAR funktioniert auch bei strukturarmen Oberflächen, in der Dämmerung und teilweise unter Vegetation.

In der Praxis spielt das eine konkrete Rolle: Wenn dichtes Unterholz oder Baumbestand vorhanden ist und das Gelände darunter erfasst werden soll, kommt Photogrammetrie nicht weiter. LiDAR Impulse dringen teilweise durch die Vegetationsdecke und erfassen den Boden darunter. Für solche Aufgaben ist LiDAR das geeignetere Verfahren.


Wenn es hingegen um Flächenerfassung mit fotorealistischer Dokumentation geht, also um Orthofotos, texturierte 3D Modelle und visuell nachvollziehbare Daten, ist Photogrammetrie die naheliegende Wahl. Die Ausrüstung ist weniger aufwändig und die Ergebnisse sind visuell aussagekräftiger.


Es gibt Projekte, bei denen beides sinnvoll kombiniert wird: LiDAR für die geometrisch präzise Erfassung und Photogrammetrie für die farbige Textur und das Orthofoto. Welches Verfahren oder welche Kombination passt, muss objektspezifisch entschieden werden. Die Kosten für LiDAR Ausrüstung liegen deutlich über denen einer photogrammetrischen Erfassung, was sich auf den Projektpreis auswirkt. Wer unsicher ist, welches Verfahren für sein Projekt sinnvoll ist, sollte das vor Auftragserteilung klären.



3D Photogrammetrie Modell eines Solarparks mit Photovoltaikmodulen aus Drohnenaufnahmen zur Flächendokumentation und visuellen Bestandsanalyse
3D Photogrammetrie Modell eines Solarparks mit Photovoltaikmodulen


Wann Photogrammetrie passt und wann nicht


Photogrammetrie mit Drohne funktioniert gut bei Projekten mit ausreichender Flächengröße, strukturierten Oberflächen und brauchbaren Lichtverhältnissen. Typische Einsatzbereiche:


Baustellendokumentation über mehrere Phasen, Bestandsaufnahme von Industriegeländen, Dach und Fassadenerfassung bei größeren Gebäuden, Volumenermittlung bei Halden, Deponien und Baugruben, Planungsgrundlagen für Erweiterungen und Umbauten, Freiflächen für Solaranlagen, Lagerflächen und Brachflächen.


Bei Industriearealen wird Photogrammetrie häufig für die Bestandserfassung vor Umbauten oder Erweiterungen eingesetzt. Ein aktuelles Orthofoto und ein Oberflächenmodell zeigen den Ist Zustand und bilden die Grundlage für die Planung im CAD. Für Halden und Deponien ist die wiederkehrende Volumenerfassung ein konkreter wirtschaftlicher Nutzen: Die Daten ersetzen aufwändige manuelle Aufmaße und dokumentieren Materialveränderungen über die Zeit nachvollziehbar.


Es gibt aber klare Grenzen, die man kennen sollte, bevor man beauftragt:


Spiegelnde, glatte oder texturlose Oberflächen lassen sich photogrammetrisch nicht auswerten. Flächen unter dichtem Bewuchs bleiben unsichtbar. Enge Innenräume, Tanks, Schächte und Kanäle sind mit Standard Vermessungsdrohnen nicht erreichbar. Für solche Aufgaben gibt es spezialisierte Indoor Drohnen und andere Erfassungsverfahren. Gewässer und Unterwasserbereiche liegen komplett außerhalb der Möglichkeiten. In dicht bebauten Städten mit Flugbeschränkungen ist die Umsetzung oft stark eingeschränkt. Hoheitliche Vermessung und Katastergrenzen erfordern amtliche geodätische Verfahren.


Bewegte Objekte im Flugbereich (Fahrzeuge, Personen, flatternde Planen) verfälschen die Ergebnisse. Starker Wind, Regen, Nebel und schlechte Sicht machen den Flug unmöglich. Datenschutzrechtliche Fragen bei Nachbargrundstücken müssen vor dem Flug geklärt sein.





Entscheidungshilfe: Was brauche ich wirklich?


Für Auftraggeber, die zum ersten Mal eine Drohnenvermessung in Betracht ziehen, sind folgende Fragen hilfreich:


Brauche ich nur eine aktuelle Draufsicht mit Flächenmaßen? Dann reicht ein Orthofoto.

Brauche ich Höhendaten, Volumen oder Schnittprofile? Dann wird eine vollständige photogrammetrische Auswertung mit DGM benötigt.


Will ich das Objekt visuell am Bildschirm drehen und von allen Seiten betrachten? Dann ist ein 3D Modell sinnvoll.


Will ich mit eigener CAD Software weiterarbeiten? Dann brauche ich die Punktwolke in einem kompatiblen Format.


Liegt dichter Bewuchs oder Wald auf der Fläche und muss das Gelände darunter erfasst werden? Dann ist LiDAR das geeignetere Verfahren.


Brauche ich millimetergenaue Einzelpunkte oder amtliche Grenzkoordinaten? Dann ist klassische geodätische Vermessung nötig.


Wer diese Fragen vor der Beauftragung klärt, bekommt genau die Daten, die er braucht, und bezahlt nicht für Produkte, die anschließend im Ordner verschwinden.



Zusammenfassung


Drohnenvermessung mit Photogrammetrie liefert vermessbare Geodaten aus Luftbildern. Was dabei herauskommt, reicht vom einfachen Orthofoto bis zur vollständigen 3D Auswertung mit Punktwolke, Geländemodell und Volumenberechnung. Das Verfahren funktioniert dort gut, wo ausreichend Fläche, Oberflächenstruktur und brauchbare Lichtverhältnisse vorhanden sind. Bei dichter Vegetation, texturlosen Oberflächen oder engen Innenräumen stößt es an physikalische Grenzen.


Die Genauigkeit ist projektabhängig und lässt sich nicht pauschal beziffern. Was im Einzelfall erreichbar ist, hängt von der Ausrüstung, den Bodenverhältnissen, dem Einsatz von Passpunkten und den äußeren Bedingungen ab.


Wer vorher klärt, welche Daten tatsächlich gebraucht werden, ob Photogrammetrie, LiDAR oder klassische Vermessung die richtige Methode ist und welche Genauigkeit realistisch ist, bekommt verwertbare Ergebnisse. Alles andere ist Aufwand ohne Nutzen.





Häufig gestellte Fragen zur Drohnenvermessung und Photogrammetrie



1. Was ist der Unterschied zwischen einem Luftbild und einem Orthofoto?


Ein einzelnes Drohnenfoto kann bereits Positionsinformationen enthalten, ist für sich allein aber noch kein maßstabsgetreues und belastbar auswertbares Orthofoto. Ein Orthofoto entsteht durch die photogrammetrische Verarbeitung vieler überlappender Aufnahmen. Es ist georeferenziert, entzerrt und für Flächen sowie Lagebeziehungen deutlich besser nutzbar. Wer belastbare Flächen und Lageinformationen aus Bilddaten ableiten will, braucht mindestens ein sauber berechnetes Orthofoto oder eine vergleichbar belastbare Auswertung.



2. Wie genau ist Drohnenvermessung mit Photogrammetrie?


Das hängt von den Projektbedingungen ab. Mit eingemessenen Passpunkten und RTK Korrekturdaten sind Lagegenauigkeiten im Zentimeterbereich erreichbar. Ohne diese Maßnahmen liegt die Genauigkeit oft bei 10 bis 20 Zentimetern oder darüber. Lichtverhältnisse, Oberflächenstruktur und Bildüberdeckung beeinflussen das Ergebnis zusätzlich. Was im konkreten Fall erreichbar ist, lässt sich erst nach Bewertung der Rahmenbedingungen einschätzen.



3. Wann ist LiDAR die bessere Wahl als Photogrammetrie?


Wenn dichter Bewuchs oder Wald vorhanden ist und das Gelände darunter erfasst werden soll, kommt Photogrammetrie nicht weiter. LiDAR Impulse durchdringen Vegetationsdecken teilweise und erreichen den Boden. Auch bei texturarmen Oberflächen und schwierigen Lichtverhältnissen arbeitet LiDAR zuverlässiger. Aus dem LiDAR Datensatz allein entstehen allerdings weder Orthofotos noch fotorealistische Texturen. In der Praxis wird LiDAR deshalb oft mit Kameradaten kombiniert.



4. Reicht ein Orthofoto, oder brauche ich eine vollständige 3D Auswertung?


Wenn es nur um eine aktuelle Draufsicht mit Flächenmaßen geht, reicht ein Orthofoto. Sobald Höhendaten, Volumenberechnungen, Schnittprofile oder eine räumliche Darstellung benötigt werden, ist eine vollständige photogrammetrische Auswertung nötig. Die Entscheidung hängt davon ab, was mit den Daten gemacht werden soll.



5. Kann man jede Fläche mit Photogrammetrie vermessen?


Nein. Spiegelnde, glatte oder monotone Oberflächen ohne Textur lassen sich nicht photogrammetrisch auswerten. Flächen unter dichtem Bewuchs bleiben unsichtbar. Enge Innenräume sind mit Standard Drohnen nicht erreichbar. Starker Wind, Regen und Nebel verhindern den Flug. Diese Grenzen sind nicht verhandelbar und sollten vor der Beauftragung geklärt werden.

 
 
 

Kommentare


bottom of page