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Photovoltaik Thermografie im Frühjahr: Welche Schäden an Solarparks und großen Dachanlagen jetzt sichtbar werden

  • Autorenbild: SaarDrones
    SaarDrones
  • vor 4 Tagen
  • 7 Min. Lesezeit

Solarparks und große Dachanlagen produzieren nach dem Winter oft weniger als erwartet. Die Ursachen sind selten offensichtlich. Frost, Schneedruck, Feuchtigkeit oder thermische Wechselbelastung können Schäden verursacht haben, die sich weder im Monitoring eindeutig zeigen noch bei einer Sichtprüfung vom Boden aus erkennen lassen.


Genau hier setzt die thermografische Inspektion per Drohne an. Im Frühjahr, wenn die Einstrahlung wieder ausreicht und die Module unter Last arbeiten, werden thermische Auffälligkeiten messbar, die im Winter verborgen bleiben. Das Zeitfenster ist günstig: Die Modultemperaturen liegen noch niedrig genug für klare Kontraste, und die Ergebnisse kommen rechtzeitig vor der ertragsstarken Sommersaison. Für Betreiber von Solarparks und gewerblichen Dachanlagen ist das Frühjahr deshalb ein sinnvoller Zeitpunkt, um den Zustand der Anlage gezielt zu prüfen.



Thermografisches Übersichtsbild von einem Solarpark mittels Drohne aufgenommen, mit deutlich sichtbaren Temperaturunterschieden über den Modulfeldern.


Warum gerade das Frühjahr


Thermografie an Photovoltaikanlagen funktioniert nicht zu jeder Jahreszeit gleich gut. Die Module müssen unter ausreichender Einstrahlung arbeiten, damit sich Temperaturunterschiede überhaupt abbilden lassen. Im Winter fehlt dafür in den meisten Regionen die nötige Globalstrahlung. Im Hochsommer wiederum liegen die Umgebungstemperaturen so hoch, dass der Kontrast zwischen auffälligen und unauffälligen Bereichen abnimmt.


Zwischen März und Mai stimmen die Bedingungen in Mitteleuropa oft gut zusammen. Die Einstrahlung reicht aus, die Umgebungstemperaturen bleiben moderat, und die Module arbeiten unter Last. Gleichzeitig ist das Frühjahr der Zeitpunkt, an dem winterbedingte Schäden erstmals unter realen Betriebsbedingungen sichtbar werden: Zellrisse durch Frost, gelöste Kontakte durch Temperaturwechsel, Feuchtigkeit in Modulen mit beschädigter Rückseitenfolie. Solche Schäden zeigen sich unter Last als thermische Anomalien, während sie im Leerlauf oder bei geringer Einstrahlung oft gar nicht auffallen.


Für Betreiber kommt ein praktischer Aspekt dazu. Viele Wartungsverträge sehen eine jährliche oder halbjährliche Prüfung vor. Wer diese ins Frühjahr legt, kennt den Zustand der Anlage vor den Monaten mit den höchsten Ertragserwartungen. Ertragsminderungen, die sonst den gesamten Sommer über unentdeckt weiterlaufen würden, lassen sich so frühzeitig eingrenzen. Das gilt besonders für Solarparks, bei denen eine manuelle Kontrolle aller Module schlicht nicht realistisch ist.



Welche Auffälligkeiten nach dem Winter typisch sind


Die Thermografie zeigt Temperaturunterschiede auf der Moduloberfläche. Diese Unterschiede können verschiedene Ursachen haben. Wichtig vorab: Ein Wärmebild allein beweist keine konkrete Schadensursache. Es zeigt, wo etwas nicht stimmt. Die genaue Zuordnung erfordert fast immer weiterführende Prüfungen. Dennoch lassen sich einige typische Befunde klar benennen.



Hotspots und auffällige Zellbereiche


Einzelne Zellen oder Zellgruppen, die deutlich wärmer erscheinen als ihre Umgebung, sind der häufigste Befund bei der Inspektion von Solarparks. Die Ursachen reichen von Mikrorissen über Materialermüdung bis zu lokaler Verschattung. Nicht jeder Hotspot bedeutet einen akuten Defekt. Aber ab einer bestimmten Temperaturdifferenz sollte dokumentiert und nachverfolgt werden. Wie schwer ein Hotspot tatsächlich wiegt, hängt nicht nur von der Temperaturdifferenz ab, sondern auch von der Lage im Modul und vom Betriebszustand der Anlage.



Wärmebildaufnahme einer Photovoltaikanlage auf einem Flachdach mit mehreren Solarmodulreihen. Im mittleren Bereich sind auffällige, unregelmäßige Temperaturmuster auf mehreren Modulen sichtbar.
Sichtbare thermische Auffälligkeiten auf mehreren PV Modulen bei der Drohnen Thermografie einer Dachanlage.


Kontaktprobleme und Steckverbindungen


Erhöhte Temperaturen an Anschlussdosen, Steckverbindern oder entlang von Zellverbindern deuten auf erhöhte Übergangswiderstände hin. Thermische Wechselbelastung über den Winter oder Korrosion an Kontaktstellen sind typische Auslöser. Im Wärmebild zeigen sich diese Stellen als lokal begrenzte Erwärmung, die sich klar vom Rest des Moduls abhebt. Bei älteren Anlagen oder bei Verbindungen, die über Jahre der Witterung ausgesetzt waren, tritt das gehäuft auf. Unbehandelt können solche Kontaktprobleme über Zeit zu höheren Leistungsverlusten oder im ungünstigen Fall sogar zu Sicherheitsrisiken führen.



Defekte Bypass Dioden


Bypass Dioden schützen Teilbereiche eines Moduls bei Teilverschattung. Fällt eine aus, zeigt sich das oft als charakteristisches Muster: Ein Drittel des Moduls erscheint gleichmäßig wärmer als der Rest. Dieses Bild ist in der Thermografie gut erkennbar. Für eine eindeutige Diagnose reicht es allein aber nicht. Um eine defekte Diode von anderen Ursachen mit ähnlichem Erscheinungsbild sicher zu unterscheiden, braucht es eine elektrische Prüfung.



Feuchtigkeit und mechanische Schäden


Eindringende Feuchtigkeit, etwa durch beschädigte Rückseitenfolien oder undichte Rahmendichtungen, führt über Zeit zu Korrosion an Zellverbindern. Auch Schneedruck, herabfallende Äste oder Hagelschäden aus der Vorsaison hinterlassen Spuren, die sich thermisch abbilden. Die Auffälligkeiten sind hier oft diffuser als ein klar abgegrenzter Hotspot und schwerer eindeutig zuzuordnen. Trotzdem liefern sie den entscheidenden Hinweis, welche Module genauer geprüft werden sollten. Wer solche Befunde ignoriert, riskiert, dass sich die Schädigung fortschreitet und langfristig ganze Strings betrifft.



Verschmutzung und deren Einfluss auf das Wärmebild


Laub, Vogelkot, Moos oder Ablagerungen an der unteren Modulkante verändern lokal die Temperaturverteilung. Die Thermografie macht diese Bereiche sichtbar, obwohl keine Beschädigung im engeren Sinne vorliegt. Die saubere Unterscheidung zwischen verschmutzungsbedingter Erwärmung und einem tatsächlichen Defekt gehört zu den anspruchsvolleren Aufgaben bei der Auswertung. Erfahrene Auswerter erkennen anhand des Musters und der Position häufig, ob eine Reinigung ausreicht oder ob ein technisches Problem dahinterstecken könnte.



Was die Drohnen Thermografie leisten kann und was nicht


Die Drohne erfasst große Modulflächen in kurzer Zeit systematisch. Bei einem Solarpark mit mehreren tausend Modulen oder einer schwer zugänglichen Dachanlage ist das gegenüber einer manuellen Begehung ein erheblicher Zeitvorteil. Die Drohne fliegt definierte Bahnen ab und erzeugt georeferenzierte Wärmebilder. Auffällige Module lassen sich anschließend eindeutig lokalisieren und auf dem Anlagenlageplan zuordnen.

Der eigentliche Nutzen liegt im Screening. Die Thermografie zeigt, wo genauer hingeschaut werden muss. Statt Module zufällig zu prüfen, können Wartungsteams gezielt die Bereiche ansteuern, die thermisch aufgefallen sind. Das spart Zeit und macht die Instandhaltung planbarer. Bei Dachanlagen auf Industriegebäuden, Lagerhallen oder Gewerbeobjekten entfällt dazu ein Großteil der Absicherung, die eine manuelle Begehung in der Höhe erfordern würde. Die Drohne liefert die Übersicht, ohne dass jemand aufs Dach muss.


Wie eine solche Drohneninspektion konkret abläuft und was Betreiber dabei erwarten können, beschreiben wir auf unserer Seite zur Drohnen Thermografie an Photovoltaikanlagen.

Gleichzeitig ersetzt die Thermografie keine elektrotechnische Detailprüfung. Sie zeigt Auffälligkeiten, erklärt aber nicht in jedem Fall die Ursache dahinter. Ein Hotspot kann auf einen Zellriss hindeuten, auf eine defekte Lötstelle, auf Verschmutzung oder auf mehrere Faktoren gleichzeitig. Die eindeutige Zuordnung erfordert weiterführende Messungen: Kennlinienanalyse, Elektrolumineszenz oder eine visuelle Nahinspektion. Wer erwartet, dass ein einziger Drohnenflug alle Fragen beantwortet, wird enttäuscht. Wer die Thermografie als gezieltes Screening versteht, bekommt dafür ein Werkzeug, das bei großen Anlagen kaum zu ersetzen ist.


Auch die Rahmenbedingungen beeinflussen die Ergebnisse spürbar. Bei zu geringer Einstrahlung, stark wechselnder Bewölkung oder Wind sinkt die Aussagekraft der Aufnahmen. Ein seriöser Drohnendienstleister verschiebt den Termin, statt unter schlechten Bedingungen zu fliegen. Das kostet im Zweifel einen Tag, sichert aber die Qualität der Ergebnisse. Thermografie unter ungünstigen Bedingungen erzeugt Daten, mit denen am Ende niemand sinnvoll arbeiten kann.


Dazu kommt: Die Thermografie erfasst die Moduloberfläche. Defekte, die sich nicht als messbare Temperaturabweichung äußern, bleiben unsichtbar. Bestimmte Formen der Degradation im Frühstadium oder elektrische Probleme, die sich erst unter spezifischen Lastbedingungen zeigen, fallen nicht auf. Die Thermografie ist deshalb ein wichtiges Werkzeug innerhalb einer durchdachten Instandhaltungsstrategie, aber kein Alleinverfahren.



Luftbild eines großflächigen Solarparks mit langen Reihen von Photovoltaikmodulen, umgeben von Wald und Ortschaft im Hintergrund in Landsweiler-Reden im Saarland


Wann sich die Prüfung wirtschaftlich rechnet


Je größer die Anlage, desto höher das Risiko, dass einzelne Fehler monatelang unbemerkt den Ertrag mindern. Bei Anlagen im Megawatt Bereich können schon wenige Prozent Minderertrag pro Saison erhebliche Summen bedeuten. Ein defektes Modul fällt im Monitoring eines Solarparks mit tausenden Modulen selten auf. Dutzende auffällige Module verteilt über die gesamte Anlage dagegen summieren sich schnell zu spürbaren Ertragseinbußen.


Eine thermografische Prüfung im Frühjahr rechnet sich besonders, wenn die Anlage seit längerer Zeit nicht geprüft wurde, wenn nach einem harten Winter Schäden vermutet werden, wenn das Monitoring Auffälligkeiten zeigt, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, oder wenn vertragliche oder regulatorische Vorgaben eine regelmäßige Dokumentation verlangen.


Auch im Kontext von Gewährleistung und Versicherung hat eine dokumentierte Prüfung Gewicht. Sie schafft einen nachvollziehbaren Zustandsnachweis zu einem definierten Zeitpunkt. Betreiber, die ihre Anlage regelmäßig dokumentieren, stehen bei Reklamationen oder Schadensfällen auf einer deutlich solideren Grundlage als Betreiber ohne Prüfhistorie.



Ablauf einer Drohnen Thermografie an PV Anlagen


Der Einsatz folgt einem strukturierten Vorgehen. Zunächst werden Anlagengröße, Modulbelegung und Flugbahnen erfasst. Wetterbedingungen und gegebenenfalls luftfahrtrechtliche Genehmigungsanforderungen werden vorab geklärt.


Am Einsatztag fliegt die Drohne mit kalibrierter Wärmebildkamera die Anlage systematisch ab. Die Aufnahmen werden georeferenziert, sodass jedes auffällige Modul seiner Position auf dem Lageplan zugeordnet werden kann. Bei großen Solarparks dauert die Befliegung je nach Anlagengröße wenige Stunden. Bei einer gewerblichen Dachanlage ist der Einsatz oft noch schneller abgeschlossen. Entscheidend ist, dass die Wetterbedingungen während des gesamten Flugs stabil bleiben: gleichmäßige Einstrahlung ohne schnelle Wolkenwechsel, möglichst wenig Wind.


Nach dem Flug folgt die Auswertung. Auffällige Bereiche werden dokumentiert, kategorisiert und in einem Bericht zusammengefasst. Dieser enthält je nach Vereinbarung eine Übersicht der Anomalien mit Positionsangabe und eine fachliche Einordnung der Befunde. Der Bericht dient als Arbeitsgrundlage für gezielte Wartungsentscheidungen. Gute Berichte unterscheiden zwischen kritischen Befunden, die sofortiges Handeln erfordern, und Auffälligkeiten, die beobachtet werden sollten.



Für welche Anlagen sich die Prüfung eignet


Thermografische Prüfungen per Drohne sind vor allem bei Solarparks und größeren gewerblichen Dachanlagen sinnvoll. Ab dem zweistelligen Kilowatt Bereich überwiegt der Nutzen der flächendeckenden Erfassung gegenüber dem Aufwand. Auch bei Anlagen, die im Rahmen von Transaktionen, Übernahmen oder Due Diligence Prüfungen bewertet werden sollen, liefert ein aktueller thermografischer Zustandsbericht eine belastbare Grundlage. Asset Manager und Investoren nutzen solche Berichte zunehmend als Bestandteil der technischen Bewertung.


SaarDrones führt thermografische Inspektionen an Solarparks und gewerblichen Dachanlagen bundesweit durch. Jeder Einsatz wird individuell an die jeweilige Anlage angepasst. Wer seine Anlage vor der Sommersaison prüfen lassen möchte, kann direkt eine Anfrage stellen. Frühzeitige Planung sichert einen passenden Termin, bevor die Einsatzsaison im Sommer voll ausgelastet ist.


Luftbild eines Solarparks mit mehreren langen Modulreihen inmitten landwirtschaftlicher Flächen und Waldrand.


Häufige Fragen zur Thermografie von Photovoltaikanlagen


  1. Wann ist eine Thermografie an Photovoltaikanlagen sinnvoll?


Eine Thermografie ist sinnvoll, wenn thermische Auffälligkeiten an Modulen, Strings oder Teilbereichen frühzeitig erkannt werden sollen. Besonders relevant ist sie bei Solarparks und größeren gewerblichen Dachanlagen, wenn nach dem Winter Prüfbedarf besteht, das Monitoring Auffälligkeiten zeigt oder eine systematische Zustandsbewertung geplant ist.



  1. Kann eine Drohnen Thermografie Schäden an Solarmodulen eindeutig nachweisen?


Nein. Die Thermografie zeigt thermische Auffälligkeiten, aber nicht immer die exakte Schadensursache. Sie ist ein sehr gutes Verfahren zur Lokalisierung auffälliger Bereiche, ersetzt aber keine weiterführende technische Prüfung, wenn eine eindeutige Diagnose erforderlich ist.



  1. Welche Schäden können bei einer Photovoltaik Thermografie sichtbar werden?


Sichtbar werden können zum Beispiel Hotspots, auffällige Zellbereiche, erhöhte Temperaturen an Steckverbindungen oder Anschlussdosen, Hinweise auf defekte Bypass Dioden sowie thermisch erkennbare Auffälligkeiten durch Feuchtigkeit, mechanische Schäden oder lokale Verschmutzungen.



  1. Ist das Frühjahr der beste Zeitpunkt für eine PV Thermografie?


Nicht pauschal. Das Frühjahr ist oft ein sinnvoller Zeitraum, weil winterbedingte Auffälligkeiten dann unter Last sichtbar werden können und die Prüfung noch vor den ertragsstarken Sommermonaten erfolgt. Für die Aussagekraft der Aufnahmen sind aber vor allem ausreichende Einstrahlung, geringe Windgeschwindigkeit und stabile Wetterbedingungen entscheidend.



  1. Für welche Anlagen eignet sich eine thermografische Prüfung per Drohne besonders?


Besonders geeignet ist sie für Solarparks, Freiflächenanlagen und größere gewerbliche Dachanlagen. Je größer die Anlage und je aufwendiger eine manuelle Kontrolle wäre, desto stärker spielt die Drohnen Thermografie ihre Vorteile aus.



  1. Ersetzt die Thermografie die elektrotechnische Prüfung einer Photovoltaikanlage?


Nein. Die Thermografie ist ein Screening Verfahren. Sie hilft dabei, auffällige Bereiche schnell und systematisch zu identifizieren. Für die technische Ursachenklärung können je nach Befund weitere Prüfungen notwendig sein, etwa eine visuelle Detailkontrolle oder elektrische Messungen.

 
 
 

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